Fluggastrechte im freien Fall

Lobbydruck, Verfahrenstricks des Rats - Verbraucherschutz unter Druck

20.01.2026

Ein ungewöhnlicher und bisher einmaliger Vorgang mit Sprengkraft. Verbraucherinnen und Verbraucher in ganz Europa könnten hier von enormen Verschlechterungen auf ihren Flugreisen betroffen sein, sollten sich die Mitgliedstaaten und Flugkonzerne durchsetzen. Katrin Langensiepen, Grüne Europaabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, vertritt hier eine klare Haltung und sagt:

Was sich in der Debatte um die Fluggastrechte aber zeigt, ist eine Farce. Die Airline-Lobby nutzt schamlos das volle Besteck von Einflussnahme. Mitgliedstaaten lassen dieses wichtige Thema über ein Jahrzehnt links liegen und einige von ihnen setzen nun auf windige Verfahrenstricks. Wir Abgeordnete sind aber nicht das Sprachrohr der Luftfahrtkonzerne. Die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher gehören gestärkt, nicht abgeschwächt", so Langensiepen.

Politik, die sich nach den Verbraucherinnen und Verbraucher richtet, geht nach Langensiepen recht einfach: „Airlines sollten aufhören zu jammern. Die Prognosen sind gut. All dies ist bezahlbar: weniger Dividenden ausschütten, mehr Service für die Fluggäste. So einfach ist das. Die Mitgliedstaaten dürfen den Luftfahrtkonzernen nicht nachlaufen, sondern Politik im Interesse mündiger Verbraucherinnen und Verbraucher machen.

Sie führt weiter aus: „Es geht um die eigentlich ganz selbstverständlichen Dinge beim Reisen, die abgeschafft werden sollen. Beispielsweise die Geldzurückgarantie bei Verspätungen über 3 Stunden, dass Familien automatisch zusammensitzen, dass das Handgepäck in der Kabine oder der Check-In am Flughafen nichts extra kosten.  Für mich als Frau mit sichtbarer Behinderung ist außerdem wichtig: Keine Zusatzkosten für den Platz meiner Assistenzkraft. Auch das gehört zu einem inklusiven Europa,“ so Langensiepen mit Nachdruck.