Katrin Langensiepen

Syrien Reisebericht - eine Reise ins vergessene Chaos

24.11.2022

Ein kaputtes Land
 

Lange haben wir im Team überlegt, ob es richtig wäre, nach Syrien zu fahren. 

Ein Land, das vor über 10 Jahren im Chaos versank. 

Ein Land, dessen Bevölkerung entweder zu Millionen geflüchtet ist, in Assads Folter-Kellern sitzt, zwangsrekrutiert wird oder sich im Exil eine neue Existenz aufbaut.

Ein Land welches aus Assyrer*inenn, Kurd*innen ,Christ*innen, Sunit*innen, Shiit*innen besteht - ein Vielvölkerstaat.

Und ein Land, das seit Jahrzehnten unter der Assad Familie lebt. Schon der „Alte Assad” ließ die, die sich widersetzten, foltern, verschwinden, versetzte sein Volk in Angst und Schrecken. Sein Sohn Baschar führt diese Diktatur auf grausamste Weise fort – bis heute. 

Die Polizei um Hilfe bitten, nach dem Weg fragen, auf der Straße kontrolliert werden: Das kann für jeden Syrer/Syrer*in den sicheren Tod bedeuten. Syrien war nie sicher. 

Bis 2011 galt Syrien als sicher. Ein Land, welches tausend Jahre alte Kulturschätze besaß und noch besitzt. Ein bisschen buddeln im Sand bringt tausend Jahre alte Münzen hervor.  
So schön, so viel Kultur. Viel bereist, nette Leute, Geschäftspartner, gleich ums Eck von Europa. 
Das in dem Land die Angst herrscht, Angst als Mittel dient, damit die Menschen funktionieren, interessiert zu dieser Zeit Tourist*innen und viele Politiker*innen nicht.

Im Jahr 2000 kam dann Baschar al-Assad an die Macht, er wurde auf internationaler Bühne empfangen. Baschar, der junge Präsident, der mit seiner schicken Frau Asma. Beide haben in London studiert. Jetzt muss doch der Wandel kommen, die Öffnung,,Demokratie.

Doch das Gegenteil passiert: Selbst wenn Baschar al-Assad es für fünf Minuten versucht hatte, sein Land in das 21. Jahrhundert, in die Freiheit, Demokratie und Pressefreiheit zu führen, so wurde er von seinem Stab, dem Militär und seiner Familie zurückgepfiffen.

 Es gab keinen Wandel. Es wurde schlimmer.

2011 begann der arabische Frühling, der dann im März 2011 auch in Syrien ankam. Menschen gingen auf die Straße für Freiheit, Demokratie, Brot, Pressefreiheit. Mehr wollten sie nicht. Das war aber für das Regime zu viel.

Der Rest ist Geschichte. Das Land versank im Chaos. Was als Revolution begann, entwickelte sich zu einem Stellvertreterkrieg. Es begann ein Kampf in Syrien, ein Kampf um Syrien. Der IS, Russland, die USA und die Türkei mischten sich ein, aus Eigeninteresse. 

Assad bombte auf sein Volk, ließ verhaften, noch mehr rekrutieren. 

Und hier kommen wir als Europäer*innen ins Spiel: 
2013 verließen viele junge Menschen die EU und kamen mit einem praktischen Shuttle über Gaizantep (Türkei) . Ich selbst saß in Hannover in Moscheen und hörte mir die Geschichten von Eltern an, die weinten, verzweifelt waren: Ihre Kinder, die Kinder eines Gemeindemitglieds, waren jetzt beim IS, um zu kämpfen, für was auch immer.

Wir ließen UNSERE Kinder ziehen, es interessierte nicht. Syrien ist weit weg. Who cares.

Menschen, die aus Syrien fliehen konnten, sind nach Europa.
Menschen, die wollten, sind nach Syrien, um für den IS zu kämpfen. 
Europa macht das Licht aus. 

Auf der anderen Seite kämpften viele Syrer*innen weiter für Freiheit. Homs, Aleppo, all die Städte, die kämpften, die Jungen in den Unis, sie trafen sich, organisierten sich, wollten das „Window of opportunity“ nutzen. Wollten Freiheit. Manche blieben, manche gingen. 

2015/2016 kamen dann die Syrer*innen zu uns nach Europa. Zu Fuß. Meistens junge Männer, kaputt, traumatisiert. Kaum bei uns im Wohnzimmer angekommen, erzählten sie uns ihre Geschichten. Als Kind einer Flüchtlingsfamilie war ich verwundert, wie schnell die Männer erzählten. 

Insgesamt wurde weltweit zu wenig darüber gesprochen. Wir Europäer*innen wissen wenig von Sednaye, den Bomben, dem IS, der Gewalt und dem Tot. Sorry. Zur Wahrheit gehört auch, dass Assad niemand mehr ins Land ließ, keine Journalist*innen. 

In Syrien quälte nicht nur Assad sondern auch Als Nusra, der Daesh (der IS), der dann bis Raqqa, Manbish kam. 
2016 befreiten Kurd*innen Manbish von der IS-Herrschaft, 2017 Raqqa. Ein kleiner Lichtblick für die Freiheit. 
Doch da zu sagen „Hurra es ist Frieden!“ ist falsch. Nein, Syrien ist nicht sicher. Nur in kleinen Kommunen. Der IS ist nicht weg, nur woanders. Die IS-Kämpfer, ihre Frauen, die Kinder sitzen im Al-Hol und Rosh Lager. Assad lebt, Russland und die USA haben sich das Land aufgeteilt. So die Lage.


In dieses Land wollte ich nun. Nach Nord- und Ostsyrien, Rojava, dem de facto autonomen, „freien“ Gebiet im Nordosten von Syrien. 

Der Plan haben wir gemeinsam mit Ferdinand Dürr geschmiedet, im Winter in einem Kaffee irgendwo in Berlin. Der Gründer von Adopt a Revolution (Link: www.https://adoptrevolution.org) und ich wollen nach Syrien. Einreise über den Irak. 

Mein Team (mein Dank gilt hier meinem Syrien Experten Dirk Claas Ulrich) und Ferdinand haben Papiere organisiert, Ein- und Ausreisen beantragt. Warten, warten auf Rückmeldungen, während in Europa die Uhr weiter tickt. Andere Länder, andere Sitten. 
 

Erbil (Irak), Hoffen auf die Ausreise nach Syrien 

Die Flüge sind gebucht für den 28.10. aus Beirut nach Erbil. Wir haben bisher keine Ausreisegenehmigungen aus Erbil (Irak) nach Syrien. Für Ferdinand und mich ist klar: Wir fahren hin und erkämpfen uns die Ausreisegenehmigung. 

Gesagt getan: Ankunft in Erbil und Gott sei Dank ist auch Ferdinands Freund Alan da, ein Syrer, erfahren, gut vernetzt. 
Die Grenzen nach Nordostsyrien sind nur Samstag, Montag und Mittwoch geöffnet. Wir brauchen Telefonnummern, Namen. Wer kann hier Leumund sein und glaubhaft vermitteln, dass wir keine PKK-Anhänger*innen sind? Als Mitglied des EU-Parlaments, im Außenausschuss zuständig für Syrien, will ich in das Land, welches ich im Parlament vertrete. 

Nach viel Kaffee, Vorstellungsgesprächen, Überzeugungsarbeit und etlichen Anrufen später eine SMS: „You can go“,„Fahrt, die an der Grenze wissen Bescheid.“ Hamdullah!
 

Grenze Syrien 

Samstag geht es dann schließlich für Ferdinand, Alan und mich mit einem Taxi nach Syrien. Das Taxi hat WLAN. Ohne Störung. Vorbei an Ölpumpen, Gaspiplines, Gas, welches abgefackelt wurde. Fragt nicht nach Ökostandarts. 

An der Grenze half der Diplomatenpass. Niemals ohne!

Auf syrische Seite werden wir empfangen und treffen gleich einen französischen Kollegen aus dem Europaparlament.

Der Service ist gut, nicht weil Service großgeschrieben wird, sondern, weil wir Abgeordnete sind. Syrien ist nur für besondere Menschen sicher.

 

Qamischlo (Syrien), ein Hauch von Demokratie 

Papiere gecheckt. Ab nach Qamischlo, einer Stadt im syrischen Kurdistan. 

Alan fragt mich: “Was fällt dir auf, Katrin?“

Meine ersten Eindrücke: „Ich sehe Armut, Kinder, die morgens auf der Straße abhängen, zu gewissen Uhrzeiten nur Männer. Ich brauche mehr Zeit, um alles hier einzuordnen.“

Wir sind wenige Meter von der türkischen Grenze entfernt. In unregelmäßigen Abständen gibt es Drohnen-Angriffe. Syrien ist sicher: für Abgeordneter, die nur Dank „schwarzer Männer“, mit schweren Maschinengewehren, aus Limousinen ein- und aussteigen können. Das kann nicht jede*r.
Meine erste Limousine, in die ich auf syrischer Seite einsteige, hatte ein Maschinengewehr im Fußraum. Kannte ich von meinen Reisen durch Jordanien und Israel. 

Wir besuchen im Schnellverfahren mit den anderen Kollegen aus dem Europaparlament NGOs, Kämpfende … Anwesend sein, Fotos, fertig. Ich mag das nicht. Fühle mich auch nicht sicher. Fühle mich nicht sicher auf dem Friedhofsgelände der Gefallenen gegen den IS. Wir kommen am Eingang des Friedhofs an: Kameras, Militär. Ich zu Alan: „Ich will das nicht. Da hängt Öcalan. Ich muss ihm nicht huldigen. Ich will mit den Menschen im Café sprechen, den Frauen. Brauche keinen Zirkus.“

„Ok”. Wir sondern uns ab. Sollen die anderen den Zirkus machen. Alan, Ferdinand und ich laufen weit ab vom Medienzirkus über den Friedhof, junge Menschen liegen dort. Und nach längerer Suche findet Alan auch einen seiner Angehörigen. 

Wir bleiben bei der Gruppe und nehmen weitere Termine wahr. Frauenorganisationen, die Empowerment-Programme starten. Ein Termin jagt den nächsten. 

Ich bekomme Einladungen von Leuten vor Ort. Ich darf diese aber nicht wahrnehmen – aus Sicherheitsgründen. Als Abgeordnete habe ich abends keine Chance, mein Guesthouse in Amouda zu verlassen.

Im Guesthouse bin ich alleine. Nur die Kinder des Großvaters sind da und die fünf Männer mit Maschinengewehren, die auf mich aufpassen. Sie werden schlecht bezahlt. Wenn der IS ihnen ein besseres Angebot macht, arbeiten sie eben für den IS, für Assad, who ever. Egal. Hauptsache die Kohle stimmt.  

Wir reisen ab Mittwoch zusammen: Ferdinand, Alan und ich. Spaziergänge durch Qamischlo. Wir sehen unterschiedliche Straßenbilder. Geschäfte, Leben und plötzlich Großplakate von Assad. Assad hat im Kurdengebiet, in der Stadt Qamischlo, eigene Gebiete, seinen „foot on the ground“, Leute vor Ort. Teile der Straßen sind voll mit Assad-Polizei. Bloß nicht verlaufen. So ist es einem deutschen Staatsbürger ergangen. Er arbeitete für eine NGO, verlief sich in Qamischlo und geriet so in die Fänge der Assad-Polizei. Er wurde verhaftet, saß im Knast, hörte die Folterschreie. Er selbst wurde nach eigenen Aussagen nicht gefoltert. Die Tschechen haben ihn rausgeholt. Danach schwieg er allerdings, redet nicht darüber. 
Besuche bei Assad hinterlassen Schweigen. Assad hat überall seinen Fuß drin, man weiß ja nie, ob man wiederkommt. 

Qamischlo ist nicht ungefährlich. Doch wir laufen durch Qamischlo. Ich kaufe ein Buch. Man möchte es mir schenken. Ich gebe dem Händler 5 Dollar. 

Wir treffen Christ*innen, NGOs, Vertreter der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien, den Außenminister, Studierende der Universität Rojava. 
Die große Bitte, der Aufruf an uns: „Helft uns! Die Türkei bombardiert uns. Wir wollen demokratische Strukturen aufbauen.“
Ja, die Region startet erste zarte Vorhaben. Die Universität Rojava fragt nach Gastprofessor*innen aus Europa. „Wir wollen gesehen werden, wir wollen Anerkennung.“

Auch wenn uns international oft die Hände gebunden sind, können wir Europäer*innen auf kommunaler Ebene helfen. Menschen in Nord- und Ostsyrien versuchen demokratische Strukturen aufzubauen. Wir können hier mit praktischem Wissen weiterhelfen. Bottom up! Zum Teil nutzen Schulen vor Ort immer noch die Lehrpläne des Assad-Regimes, aus dem einfachen Grund, dass sie keine anderen haben. Die Zivilstrukturen vor Ort gilt es zu unterstützen mit Wissen, Hinweisen, Tipps.

Ich lade die politisch relevanten Männer und Frauen ein, zu mir nach Brüssel.
Frage aber immer nach der Rolle der Frauen. In Teilen gibt es die feministische Macht. In allen Gesprächen berichte ich von Grünen Strukturen: Quotierte Listen, quotierte Redelisten. Die Frauen sind begeistert und werden es umsetzen. Manche NGOs oder Strukturen sind stolz darauf, wenn sie 15% Frauenquote haben. Ich bin weniger begeistert. 
 

Ein T-Shirt in Afrin

 Die zwei bewegendsten Ereignisse kommen zum Schluss meiner Reise, wenn man glaubt, all das Gehörte verdaut und politisch eingeordnet zu haben. 

Wir treffen uns mit einer kurdischen Flüchtlingsorganisation in Qamischlo. Ihre Mitglieder kommen aus Afrin, einer ursprünglich kurdischen Stadt im Nordwesten Syriens, in der Region von Aleppo. Afrin wird seit März 2018 von der Türkei besetzt. 

In einer kleinen Wohnung haben sich die Mitglieder organisiert. Sie helfen den Geflüchteten. 

Eine Frau erzählt mir folgendes: „Ich war mal vor einigen Jahren nach Deutschland bei der Grünen Jugendorganisation eingeladen, um über Afrin zu sprechen. Ich habe zum Abschied ein T-Shirt bekommen. Als ich 2018 aus Afrin flüchten musste, war keine Zeit, um meine Sachen zu packen. Das T-Shirt liegt noch in Afrin.“

Ich antworte spontan: „Ich schicke Ihnen ein Neues!“

Sie: ,,Ich will kein neues T-Shirt, ich will nach Hause.“

Ich frage, wie wir helfen können: „Geld?“

Nein. Wir wollen uns hier nicht ansiedeln, wir wollen nach Hause. Die Menschen sind mit ihrer Heimat stark verbunden. Sie sind teilweise nie aus der Region rausgekommen. Sie hatten Land, Olivenbäume. Die Operation „Olivenzweig“ der türkischen Armee hat alles zerstört, auch die Olivenbäume.“ 
 

Die Zeitbombe Al-Hol

Und Al-Hol…eins meiner wichtigsten Reiseziele bevor ich zurück nach Europa fahren sollte.

Al-Hol ist das IS-Lager, in dem IS-Kämpfer*innen und ihre Familien mehr oder weniger gefangen sind.

Ein Lager mitten in der Wüste mit unterschiedlichen Trakten: dem syrischen Lager, dem irakischen und dem sogenannten „Annex“, wo 7.752 ausländische Frauen und Kinder leben, darunter Deutsche, Franzosen und andere europäische Nationalitäten. 

Niemand will sie. Wohin mit den radikalisieren Syrer*innen? Zurück in die Assad Gebiete? Dort landen sie in den Foltergefängnisse von Assad. Willkürlich. Das will die Lagerverwaltung nicht. Außerdem ist es nicht menschenrechtskonform. 

Der Irak? Der hat keine Strukturen für „seine Leute“, keine Resozialisierungsprojekte. 

Niemand reagiert, wenn die Al-Hol Verwaltung bittet, ihnen zu helfen, die Gefangenen zurückzunehmen.

Die europäischen Mitgliedstaaten nehmen Gefangene teilweise zurück. Es ist aber nicht ganz einfach, wenn die Mutter einen europäischen Pass hat, die Kinder aber pakistanische, syrische oder irakische Väter haben.   

Dass die EU-Staaten ihre Angehörigen zurücknehmen müssen, ist eine Beschlusslage des EU-Parlaments und auch ein Beschluss des Europäischen Gerichtshofs. Man hat die jungen Menschen damals aus Europa ziehen lassen, ohne Interesse und Verantwortungsgefühl. Wir haben “unsere” Kinder gehen lassen, um sich zu radikalisieren. 

Nach dem Gespräch mit der Lagerleitung dürfen wir in einem Wagen um das Lager herumfahren. Rein kommt niemand. Man hat die Gefangenen inhaftiert, Zaun drum rum mit kurdischer Bewachung, aber innendrin herrscht Anarchie. UNICEF hat es geschafft, eine kleine Schule aufzubauen. Es gibt eine kleine Klinik für die medizinische Versorgung. Mehr nicht. 

Al Hol ist ziemlich durchlässig. Die Trinklaster bringen nicht nur Wasser, sondern auch Waffen. Es werden Tunnel gegraben, da findet alles rein und raus.

Auch wichtig: Jeden Monat kommen im Schnitt 50 Kinder zur Welt. Der IS-Gedanke lebt, die Frauen bekommen Kinder, Kinder sollen schnell heiraten, sobald sie zeugungsfähig sind. Man versucht, „die Kinder mit zwölf Jahren von ihren Müttern zu trennen. Mit zwölf sind die „Kinder“ aber schon tief mit dem IS-Gedanken verwachsen. Nett ist, wenn man seinen Gegner nur tötet und nicht vorab noch foltert.“

Wir fahren nun 30 Minuten um das Lager herum. Zu sehen: Dreck, wilde Hunde, Kinder. Manche spielen Fußball, mache gehen an der Hand ihrer schwarz gekleideten Mütter von der Schule oder Kita wohin auch immer. Manche quälen die Hunde. Einige Kinder kommen zum Auto gelaufen, getrennt vom Stacheldraht und werfen Steine nach uns. Manche heben einen Arm in die Luft mit einem gerade gestreckten Zeigefinger. Das Zeichen des IS. Böse Blicke. Nein, diese Kinder tun mir nur leid, aber sie sind eine tickende Zeitbombe, wie das ganze Lager. Diese Kinder missbraucht man für eine faschistoide, menschenverachtende Ideologie. Auch hierfür, für diese Kinder, brauchen wir Antworten. 

Frauen und Kinder müssen herausgeholt werden. Die Mütter haben einen enormen Einfluss. Die IS-Führung ist weg: tot, im Gefängnis oder irgendwo. Die Frauen tun alles, um eine neue Generation großzuziehen. Man muss den IS ernst nehmen. Auch er bedroht die Strukturen, das, was die Menschen in der Region Rojava aufbauen wollen. Die Angriffe durch die türkischen Drohnen tun ihr Übriges. 
 

Fazit: Syria is not safe!

Ob Syrien nun sicher ist? Nur für privilegierte Leute und nur in vereinzelten Regionen. 

Diese scheinbare Stabilität muss geschützt und unterstützt werden. Denn sie ist fragil. Auf der einen Seite schießt die Türkei mit Drohnen, auf der anderen Seite bereitet der IS sich für seinen nächsten Kampf vor und überall sind die kleinen Hände von Assad. 

Die EU muss unterstützen, humanitär und politisch. Sie kann hier eine relevante Rolle spielen, auch wir Grüne. 

Mit unserem Wissen und Know-How müssen wir die Regionen unterstützen, die „frei” sind und neue Strukturen aufbauen wollen. 
Mitgliedstaaten müssen aktiv ihre Bürger*innen und Kinder zurück nach Europa holen. Nur sie haben die Kapazitäten, sie menschenrechtskonform zu verurteilen, sie zu resozialisieren und zu verhindern, dass aus Kindern Kampfmaschinen gemacht werden. Al-Hol ist eine tickende Zeitbombe. 

Die Augen verschließen und Vergessen bringt uns im Syrien-Konflikt nichts. Und zu denken, dieser Konflikt hätte keine Konsequenzen für die EU ist schlichtweg verantwortungslos.

Lasst uns weiter über Syrien diskutieren, die Menschen dort unterstützen und unser Bestes tun, um Gewalt zu stoppen.