#AbleismTellsMe Aktion zum 5. Mai

02.05.2022
Was ist Ableismus? – Katrin Langensiepen

Was ist #AbleismTellsMe?

Wir kennen die Bemerkungen, seien sie subtil oder nicht. Anders, schwach, nicht gut genug, ohne sexuelle Identität  oder unmündig sein, diese Vorurteile werden uns Menschen mit Behinderung täglich vermittelt.

Allgemein bleibt  “Ableismus”, “Behindertenfeindlichkeit” in der Gesellschaftlich aber wenig diskutiert.

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai wollen wir das ändern und gemeinsam Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und würden uns freuen, wenn Du mitmachst.

Anleitung zum Mitmachen

  • Mache ein Bild von dir mit dem Poster (Dokument zu Ausdrucken siehe unten)
  • Poste es in der Woche vom 2. bis 5. Mai auf deinen Social-Media-Kanälen
  • Teile deine Erfahrungen/ Einstellung zu Ableismus
  • Benutze den Hashtag #AbleismTellsMe
  • Alternativtext für das Bild nicht vergessen :)

Augenhöhe herstellen - meine Arbeit auf EU-Ebene

Ableismus ist das Symptom einer Gesellschaft, die Menschen mit Behinderung systematisch diskriminiert und Barrieren in den Weg stellt.

Die Gleichstellung von Menschen Behinderungen ist Menschenrecht. Vor über 10 Jahre ratifizierte die Europäische Union  die UN-Behindertenrechtskonvention  und verpflichtete sich zu Inklusion in allen Lebensbereichen.

Für die vollständige  Umsetzung kämpfe ich europaweit. Denn wenn wir uns die Realität angucken, sind wir von Gleichstellung weit entfernt.

Unter dem Motto #TheFutureIsAccessible reise ich durch die EU-Mitgliedstaaten, um Politiker*innen, Stakeholder und Menschen mit Behinderungen zu treffen, unsere Forderungen klar zu machen und ihre Anliegen in das Europaparlament zu bringen.

Mit dem Claim #TheFutureIsAccessible will ich auf die gesellschaftlichen Verantwortung und den kulturellen wie technischen Wandel hinweisen, der mit der UNBRK gefordert wird. Eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft für Alle ist möglich. Wir müssen sie nur wollen. Denn das Know How in unserer Gesellschaft ist dafür schon da.

Anfang letzten Jahres wurde die EU-Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen (2021-30) verabschiedet, an der ich mitgearbeitet habe.

4 Punkte, an denen ich kontinuierlich arbeite, sind mir hier besonders wichtig:

Weg von Institutionen

Selbständiges Leben ist ein Grundstein jedes Lebens. Statt Institutionen zu fördern, sollen EU-Gelder künftig in lokale Unterstützungsangebote fließen. Persönliche Assistenz und barrierefreies Wohnen müssen europaweit gefördert werden.

Echte Inklusion in der Arbeitswelt

Eine Karriere für darf für Menschen mit Behinderungen nicht vorgeschrieben sein und nicht wie bei vielen kategorisch Werkstatt heißen. Was wir brauchen sind gute, individuelle Berufsberatungen, mehr Flexibilität zwischen dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt und die Garantie als echte Arbeitnehmer*in behandelt zu werden.

Das fordert ebenfalls mein EU-Berichte, der letztes Jahr im Europaparlament abgestimmt wurde.

Barrierefreiheit

Eine inklusive Gesellschaft lebt davon, dass Barrieren abgebaut werden. Ob beim Produktdesign, beim Architekturstudium oder im Netz, Barrierefrei und universelles Design müssen zum neuen Maßstab werden. Derzeit arbeite ich an einem Bericht zu einem neuen “Accessible EU center”, das Mitgliedstaaten bei der Umsetzung von Barrierefreiheit unterstützen soll.

Intersektionalität

“Menschen mit Behinderungen” als homogene Gruppe gibt es nicht. Man ist zusätzlich zum Beispiel Frau, lesbisch und Arbeiterkind. Was wir brauchen, sind passgenaue Unterstützungsangebote. Gerade Frauen mit Behinderungen, die überproportional von Gewalt betroffen sind brauchen spezialisierte Hilfen.