Menopause

Tabuthema rückt auf EU-Agenda

16.10.2026

Am Sonntag ist Weltmenopausentag. Der Frauenausschuss des Europäischen Parlaments befasst sich mit dem Thema und arbeitet derzeit an einem Bericht[1], der die Menopause auch als wirtschaftliche, arbeitsbezogene und gesellschaftliche Priorität in den Blick nimmt.

Katrin Langensiepen, Grüne Schattenberichtserstatterin und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter  im Europaparlament, hält fest:


„Die Menopause betrifft die Hälfte der Bevölkerung und geht uns alle an – auch die Politik, wo sie bislang viel zu wenig Beachtung findet. Die EU muss vorangehen und die Mitgliedstaaten wachrütteln: Die Menopause darf kein Tabu bleiben. Länder wie Australien und Irland zeigen bereits, wie konkrete politische Maßnahmen aussehen können. Es ist Zeit, dass ganz Europa Verantwortung übernimmt.

Wir fordern kostenlosen Zugang zu evidenzbasierten Informationen und angemessener Versorgung, wirksamen Schutz vor menopausenbedingter Diskriminierung und konkrete Unterstützung am Arbeitsplatz. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und angemessene Anpassungen der Arbeitsbedingungen ebenso wie die Möglichkeit bezahlter Freistellung bei menstruations- und menopausenbedingten gesundheitlichen Bedürfnissen. Und das ohne Stigmatisierung oder finanzielle Nachteile.

Die Menopause ist in erster Linie eine Gesundheitsfrage, aber sie geht weit darüber hinaus. Fehlende Information, unzureichende Versorgung und mangelnde Unterstützung am Arbeitsplatz haben ihren Preis - für die Gesundheit und Lebensqualität von Frauen, für ihre beruflichen Chancen und für die Wirtschaft insgesamt. Viele Frauen erleben die Menopause gerade in einer Phase, in der sie beruflich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stehen. Die Wahl zwischen Gesundheit und beruflicher Zukunft ist keine. Das muss sich ändern. Karrierewunsch und normale körperliche Veränderungen schließen sich nicht aus. Wenn man das will.

Gleichzeitig müssen wir mehr in die Gesundheitsforschung für Frauen investieren, die Datenlage verbessern und Fachkräfte besser ausbilden. Die Menopause darf kein Tabu bleiben. Weder in der Gesellschaft noch am Arbeitsplatz noch in der Politik. Es ist Zeit, offen darüber zu sprechen und für alle Frauen in der EU zu handeln.“

Links:

  1. https://oeil.europarl.europa.eu/oeil/en/procedure-file?reference=2026/2055(INI)