Vorsorge und Verbraucherschutz first - Wirksamer Schutz bei Kosmetika wichtiger denn je
In der Nacht zu heute haben sich die Verhandlerinnen von Kommission, Rat und Parlament auf einen Kompromisstext zum sogenannten Omnibus VI Paket verständigt. Hierbei ging es um die Überarbeitung der Regelungen zur Klassifizierung, Verpackung und Beschriftung chemischer Produkte, Düngemittel und kosmetischer Produkte. Im Kern standen wesentliche Neuregelungen zum Schutz von Verbrauchern und der Umwelt in der Union im Fokus der Verhandlungen.
Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen, Grünen/EFA-Mitglied im mitverantwortlichen Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) des Europaparlaments, kommentiert:
„Wirksamer Verbraucherschutz zeigt sich vor allem bei ganz alltäglichen Dingen wie der Kosmetik. Wenn es um krebserzeugende, mutagene oder fruchtbarkeitsschädigende Stoffe geht ganz besonders. Es gibt Alternativen, wenn man sie denn wirklich sucht. Die Industrie ist hier in der Pflicht. Da muss es ein neues Selbstverständnis geben. Die faktischen und vermuteten gesundheitlichen Risiken steigen. Darauf muss reagiert werden, nicht einfach dereguliert“ unterstreicht Langensiepen.
„Industriehörige Vereinfachungsvorschläge der EU-Kommission gerade im Bereich chemischer Produkte haben wir als Grüne immer kritisch gesehen und auf das Vorsorgeprinzip gedrängt. Das ist uns an einigen Stellen gelungen. Denn wenn es Alternativen zu gefährlichen Stoffen gibt, dann gehören die sofort genutzt und nicht erst nach ewigen Übergangsfristen. Mit der Gesundheit der EU-Bürger spielt man nicht, mit deren Zukunft sowieso nicht“, betont Langensiepen als Mitglied des Verbraucherschutzausschusses.
Auch im Umgang mit Nanomaterialien bleibt die Europaabgeordnete skeptisch: „Dass die umfangreichen Meldepflichten für Nanomaterialien in Kosmetikprodukten vor Markteinführung beibehalten werden, ist natürlich richtig. Da haben die Mitgliedstaaten einen wichtigen Punkt stark gemacht. Aber es muss darum gehen diese Stoffe in Summe zu reduzieren. Dies gerade, weil die gesundheitliche Risikobewertung besondere Herausforderungen mit sich bringt. Nur weil es technisch möglich ist, heißt es noch lange nicht, dass es gut für uns Menschen und Umwelt ist,“ so die Grünen Politikerin.