Das Europäische Parlament hat heute über die neue EU-Spielzeugverordnung abgestimmt. Die Richtlinie definiert strengere Anforderungen, die Spielzeug erfüllen muss, um in der EU verkauft werden zu dürfen.
Darunter ein umfassendes Verbot von PFAS und anderen gefährlichen Chemikalien. Gleichzeitig werden erstmals auch Risiken wie Lärmbelastung sowie die Auswirkungen digital vernetzter und KI-gesteuerter Spielzeuge auf die mentale Gesundheit von Kindern berücksichtigt. Besonders hervorgehoben wird in der neuen Verordnung die Sicherheit adaptiver Spielzeuge für Kinder mit Behinderungen.
„Diese Gesetzgebung ist ein großer Fortschritt für den Schutz unserer Kinder“, erklärt Katrin Langensiepen, Grüne IMCO--Schattenberichterstatterin.
„Künftig können giftige Stoffe in Spielzeugen nicht mehr durch schwache Regeln auf unseren Markt gelangen. Kinder haben das Recht auf sichere Produkte.“
Hersteller müssen klar nachweisen, dass Spielzeuge keine zusätzlichen Risiken mit sich bringen und barrierefrei gestaltet sind. „Kinder mit Behinderungen werden viel zu oft bei der Produktsicherheit vergessen“, so Langensiepen. „Für sie sind adaptive Spielzeuge ein wichtiger Bestandteil ihrer Entwicklung. Dass die EU hier endlich klare Vorgaben schafft, ist längst überfällig.“
Mit Blick auf die wachsende Zahl digitaler und KI-basierter Spielzeuge verpflichtet die Verordnung Unternehmen, auch psychische und emotionale Risiken für Kinder zu berücksichtigen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass algorithmische Manipulation oder unkontrollierte Datennutzung in Kinderzimmer vordringen“, betont Langensiepen. „Spielzeug soll fördern, nicht gefährden.“
Angesichts der weiterhin hohen Anzahl unsicherer Produkte, die aus Drittstaaten, insbesondere aus China, auf den EU-Markt gelangen, sieht Langensiepen die Reform als dringende Notwendigkeit. „Der Markt ist voll von importierten Spielzeugen, die schwerwiegende Gesundheitsrisiken darstellen. Diese Verordnung gibt den Behörden endlich stärkere Instrumente, um gefährliche Produkte fernzuhalten und unsere Familien zu schützen.“